Die Musik (Programmnotizen)

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Programmnotizen

Das Konzert für zwei Violinen in d-Moll BWV 1043, auch als „Doppelviolinkonzert“ bezeichnet, ist eines der bekanntesten weltlichen Werke Bachs und wird von den Kritikern als herausragendes Beispiel des spätbarocken Kompositionsstil betrachtet. Es wird davon ausgegangen, dass das Konzert  (sein einziges für zwei Violinen) circa 1730/31 enstanden ist. Später, während seiner Amtszeit als Direktor des Collegium Musikum in Leipzig, schrieb er das Werk für zwei Cembali um. Bach setzte sich intensiv mit den Violinkonzerten von Antonio Vivaldi aus, welche offensichtlich zu einem Vorbild für seine eigenen Violinkonzerte wurden.

Das Konzert ist mit zwei Solo-Violinen, ersten und zweiten Violinen, Viola und Basso continuo besetzt. Die Cello/Bassstimme wird durch eine Cembalo-Begleitung ergänzt.Die drei Sätze sind:

Vivace
Largo ma non tanto
Allegro

„Lascia ch’io pianga“ ist eine Sopran-Arie aus Georg Friedrich Händels Oper „Rinaldo“, komponiert 1711 und von den Kritikern als eine der grössten Händelschen Opern angesehen.

1706 reiste Händel nach Italien, wo er die Opernhäuser und Konzertsäle in Venedig, Rom, Neapel und Florenz besuchte.  Er traf sich mit Arcangelo Corelli, Alessandro und Domenico Scarlatti und Agostino Steffani sowie Sängern und Interpreten.  So konnte er die wesentlichen Merkmale der italienischen Musik aufnehmen.

„Rinaldo“ (Premiere 1711 im Queen’s Theatre) war die erste in italienischer Sprache komponierte Oper für die Londoner Bühne.

Die Geschichte basiert auf „Gerusalemme liberata“ von Torquato Tasso, einem epischen Gedicht über den ersten Kreuzzug.  Almirena, Tochter von Goffredo dem ersten Kreuzzugsführer, verliebt sich in den Ritter Rinaldo.  Amida, Königin von Damaskus und eine beeindruckende Zauberin, nimmt Almirena gefangen und sperrt sie ein. Als Herzensschrei in ihrer verzweifelten Lage singt Almirena die Arie.  Allerdings endet alles glücklich, und die beiden Verliebten werden wiedervereinigt.

„Reigen seliger Geister“ eröffnet die zweite Szene im zweiten Akt der Oper „Orfeo ed Euridice“ (dt. Orpheus und Eurydike)  von Christoph Willibald Gluck.  Die Uraufführung fand 5. Oktober 1762 im Wiener Burgtheater statt.

Dieses beliebte Werk gehört zum Genre „Azione Teatrale“, d.h. einer auf einem mythologischen Thema basierenden Oper.  Sie wird als eine der „Reform“-Opern von Gluck betrachtet, was ein Schritt in Richtung Einfachheit bedeutete.  Gluck war offensichtlich von der französichen Oper beeinflusst, welche begleitendes Rezitativ und vergleichsweise weniger vokale Virtuosität verwendete.

Die Thematik dieser Oper, die universelle Geschichte des Helden der seine Aengste überwindet und in die Unterwelt reist, ist ein künstlerischer Ausdruck der Prüfungen des geistigen Erwachens und der Erleuchtung. Sie findet sich auch in Opern wie „Die Zauberflöte“, „Fidelio“ und „Das Rheingold“.

Die zweite Szene beginnt in Elysium mit dem wunderschönen Flötensolo, welches Gluck später mit einem zweiten Thema erweiterte. Es ist zu einem bevorzugten Konzertstück geworden.

„Laudamus te“ ist eine Sopran-Arie aus der „Grosse Messe“ in c-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart. Dieses 1782 und 1783 komponierte Monumentalwerk ist unvollständig (wie auch sein letztes grosses kirchenmusikalisches Werk, das Requiem); weite Strecken des Credos und das ganze Agnus Dei fehlen.  Die Besetzung besteht aus zwei Sopransolistinnen, einem Tenor, einem Bass, einem Doppelchor und einem grossen Orchester.

Die erste Aufführung fand am 26. Oktober 1783 in der Abteikirche St. Peter in Salzburg statt. Seine Frau Constanz reiste mit ihm aus Wien, um dabei als Sopran-Solistin aufzutreten.

„Laudamus te“ ist eine virtuose Arie, die nicht nur einen grossen Stimmumfang sondern auch eine starke Bruststimme und eine sehr flexible Koloraturatechnik erfordert.

Die Sinfonie Nr. 40 („Grosse g-Moll-Sinfonie“) wurde 1788 von Wolfgang Amadeus Mozart komponiert. Sie entstand während einer aussergewöhnlichen Schaffensperiode; im Juni Nr. 39, im Juli Nr. 40, und im August Nr. 41. Er schrieb nur eine zwei Sinfonie in Moll,  die „Kleine g-Moll-Sinfonie“.

Unter Musikexperten werden Fragen über dieses Werk aufgeworfen: Hat Mozart jemals die Sinfonie selber gehört? Waren die  Nrn. 39, 40 und 41 eigentlich als ein Werk gedacht? War die Wahl der Molltonart aufgrund einer persönlichen Tragödie? Allerdings steht fest, dass die Besetzung aus Flöte, Oboen, Klarinetten (die erst später dazukamen), Fagotten, Hörnern und Streichern besteht.

Der erste Satz (Molto Allegro) beginnt ohne Einführung mit einer Begleitfigur, bevor das leicht erkennbare Hauptthema einsetzt.

Der zweite Satz (Andante) ist im 6/8-Takt geschrieben und stellt ein Thema vor, das in „Die Zauberflöte“ vorkommt.

Der dritte Satz (Menuetto. Allegretto) hat einen ungewöhnlich hartnäckigen, akzentverschobenen Rhythmus, gefolgt von einem sanften Trio.

Der vierte Satz (Allegro assai) ist energisch und kraftvoll und wird in acht Takten unter Verwendung eines aufsteigenden Dreiklanges, der sogenannten „Mannheimer Rakete“ geschrieben.

Die Sinfonie Nr. 40 ist eines der beliebtesten und bekanntesten Werke von Mozart.

Timothy Socha, Auw, Herbst 2018


© Timothy Socha 2017